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Ozempic und Muskelverlust: Warum Krafttraining der Schlüssel zu einer gesunden Gewichtsabnahme ist

Weniger Gewicht bedeutet nicht automatisch mehr Gesundheit

Die Zahl auf der Waage sinkt, die Kleidung sitzt lockerer und viele Menschen fühlen sich nach wenigen Wochen mit Ozempic deutlich wohler. Kein Wunder: Medikamente wie Ozempic oder Wegovy haben die Behandlung von Übergewicht in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Für viele Menschen, die zuvor unzählige Diäten ausprobiert haben, scheinen sie endlich den lang ersehnten Durchbruch zu bringen.

Doch genau an diesem Punkt wird häufig ein entscheidender Fehler gemacht.

Beim Abnehmen zählt nicht nur wie viel Gewicht verloren wird, sondern vor allem woraus dieser Gewichtsverlust besteht. Denn der Körper baut nicht ausschließlich Fett ab. Ohne die richtigen Gegenmaßnahmen kann auch wertvolle Muskelmasse verloren gehen – und das bleibt oft lange unbemerkt.

Muskulatur ist weit mehr als ein ästhetischer Faktor. Sie sorgt für einen aktiven Stoffwechsel, stabilisiert Gelenke, schützt die Knochen, verbessert die Körperhaltung und hilft dabei, das Wunschgewicht dauerhaft zu halten. Wer während einer Gewichtsabnahme zu viel Muskelmasse verliert, riskiert langfristig einen niedrigeren Kalorienverbrauch, geringere Leistungsfähigkeit und einen schnelleren Jo-Jo-Effekt.

Die gute Nachricht lautet: Muskelverlust ist kein unausweichliches Schicksal.

Mit einem gut geplanten Krafttraining, einer ausreichenden Eiweißzufuhr und einem aktiven Lebensstil lässt sich der Großteil der Muskulatur erhalten.

In diesem Artikel erfährst du, warum Muskelverlust unter Ozempic entstehen kann, was aktuelle wissenschaftliche Studien dazu sagen und wie du deinen Körper während der Gewichtsabnahme optimal unterstützt.

Was ist Ozempic überhaupt?

Ozempic enthält den Wirkstoff Semaglutid und gehört zur Medikamentengruppe der sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten.

Ursprünglich wurde Semaglutid zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Mittlerweile wird der Wirkstoff – je nach Präparat und Zulassung – auch zur Behandlung von Adipositas eingesetzt.

Seine Wirkung basiert auf einem natürlichen Hormon, das unser Darm nach dem Essen ausschüttet.

Semaglutid sorgt unter anderem dafür, dass:

  • das Hungergefühl deutlich sinkt,

  • die Magenentleerung langsamer erfolgt,

  • das Sättigungsgefühl länger anhält,

  • weniger Kalorien aufgenommen werden,

  • die Blutzuckerregulation verbessert wird.

Für viele Menschen bedeutet das erstmals eine nachhaltige Unterstützung beim Abnehmen – insbesondere dann, wenn Übergewicht bereits gesundheitliche Folgen verursacht.

Doch genau diese verringerte Kalorienaufnahme hat auch eine Kehrseite.

Warum verliert der Körper nicht nur Fett?

Unser Körper unterscheidet während einer Gewichtsabnahme nicht automatisch zwischen Fett und Muskulatur.

Bekommt er über längere Zeit deutlich weniger Energie als gewohnt, greift er auf verschiedene Reserven zurück.

Natürlich werden Fettdepots genutzt – genau das ist das Ziel einer Gewichtsreduktion. Gleichzeitig kann jedoch auch Muskelgewebe abgebaut werden, wenn der Körper keinen ausreichenden Grund sieht, dieses zu erhalten.

Dabei spielen drei Faktoren eine entscheidende Rolle:

1. Zu wenig Belastung

Muskeln werden nur erhalten, wenn sie regelmäßig gebraucht werden.

Wer sich während einer Gewichtsabnahme kaum bewegt oder ausschließlich auf Spaziergänge setzt, liefert dem Körper kaum einen Reiz, Muskulatur zu behalten.

Aus biologischer Sicht wäre ungenutzte Muskelmasse lediglich zusätzliches Gewebe, das Energie verbraucht.

2. Zu wenig Protein

Viele Menschen essen unter Ozempic automatisch deutlich weniger.

Das ist grundsätzlich gewünscht.

Problematisch wird es allerdings dann, wenn dadurch auch die tägliche Eiweißzufuhr stark sinkt.

Protein liefert die Bausteine, die der Körper für Reparatur und Erhalt der Muskulatur benötigt.

Fehlt dieses Baumaterial dauerhaft, steigt das Risiko für Muskelabbau.

3. Ein anhaltendes Kaloriendefizit

Je größer und länger ein Kaloriendefizit besteht, desto stärker versucht der Körper, Energie einzusparen.

Ohne Training und ausreichendes Eiweiß kann dies dazu führen, dass neben Fett auch Muskelmasse verloren geht.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Forschung der vergangenen Jahre zeichnet ein klares Bild.

Große klinische Studien zeigen, dass während einer Behandlung mit Semaglutid zwar erhebliche Mengen Körperfett verloren gehen, gleichzeitig jedoch auch ein Teil der fettfreien Körpermasse abnimmt.

Je nach Studie stammen etwa 20 bis 40 Prozent des gesamten Gewichtsverlusts aus fettfreier Masse.

Zur fettfreien Masse gehören unter anderem:

  • Muskulatur

  • Wasser

  • Bindegewebe

  • Organe


Besonders die Muskulatur steht dabei im Fokus der Wissenschaft.

Forscher betonen inzwischen zunehmend, dass der Erfolg einer Gewichtsabnahme nicht allein anhand der verlorenen Kilogramm beurteilt werden sollte. Entscheidend ist vielmehr, wie sich die Körperzusammensetzung verändert.

Ziel sollte daher nicht nur ein niedrigeres Körpergewicht sein, sondern ein geringerer Körperfettanteil bei möglichst gut erhaltener Muskelmasse.

Genau hier kommt das Krafttraining ins Spiel.


In meiner Arbeit als Sportwissenschaftler sowie Schwimm- und Fitnesstrainer begleite ich regelmäßig Menschen, die gesund abnehmen und dabei ihre Muskelmasse erhalten möchten. Gerade während einer Gewichtsreduktion – ob mit oder ohne GLP-1-Medikamente wie Ozempic – zeigt sich immer wieder, wie wichtig ein individuell abgestimmtes Krafttraining ist. Die Kombination aus gezieltem Training, ausreichender Proteinzufuhr und einem nachhaltigen Trainingsplan hilft dabei, Fett zu verlieren, die Muskulatur zu schützen und langfristig leistungsfähig zu bleiben.

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